Artistic writing

In chronological order: poems, including very short forms of Japanese poetry (Haikus), parables etc.



HAIKU (in Austrian dialect): July 17, 2015 – Jerez del Marquesado, Spain 

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Jessas, es is hass!

Leck di bluadige Fettn!

I schwitz wia da Nick!


 

HAIKU: August 3, 2015 – Barbate (Cádiz), SpainIMG_4429

Sirens of the Sea

Awed by its eternity

During their short lives


 

HAIKU: August 30, 2015 – Stockholm, Sweden

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Unflawed here you sit

My love and inspiration

Making my life bright


HAIKU: September 5, 2015 – Stockholm, Sweden

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Precious autumn sun

Shining on my chili plant

Boosting it´s life´s strength


HAIKU: September 20, 2015 – Stockholm, Sweden

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Plant or animal?

Is his beak as powerful?

Julius senses fear!


 

HAIKU: September 26, 2015 – Lidingöloppet, Stockholm, Sweden

IMG_4627Under two fifty

Lidingö was wonderful

With its ups and downs


 

 HAIKU: October 18, 2015 – Stockholm, Sweden

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A world of contrasts

Poiesis does exist

Everything is linked


HAIKU: December 9, 2015 – Edinburgh, Scottland

Untitled

Early detection

Or critical transition

We don´t understand!!


HAIKU: Feb. 16, 2016 – Stockholm, Sweden

Long time no Haiku!

Compact poetry is fine!

Time to start again!

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HAIKU: Feb. 19, 2016 – Stockholm, Sweden

Unwirkliche Kraft!

Durch seine Omnipotenz

wird er Poesie!

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GEDICHT: Stockholm, am 26. Jänner 2016
 

Eine Universitätsausbildung im Namen des Kapitalismus (Gedicht)

Mein teures Fahrrad immatrikuliere dich nun!

Wirst sehn, in 3 Jahren bist du Magister ohne etwas zu tun!


 

PARABEL: Stockholm, am 19. Februar 2016

Der Gott der Widersprüche (Parabel)

 Das tote Leben fließt durch seinen starren, eingegrabenen Körper, es verleiht ihm rigide Geschmeidigkeit und rauhe Sanftheit.

Plötzlich beginnt sein Herz zu denken, sein Hirn zu Pumpen, seine Ohren zu sehen, seine Augen zu riechen, seine Haare zu atmen. Er steigt nieder vom roten Himmel der ihn geschluckt hat.

Er vernimmt die blauen Wiesen mit den schwarzen Blumen während er die Sonne in der Hand hält. Die kalte Hitze gewährt seiner Potenz Schutz in einer Strohhütte. Der vertriebene Bauer, der seinem grünen Schaf zu Fuße liegt, beneidet den Herabgestiegenen um seine Potenz.

Der Omnipotente, der milchtrinkend schwarz geworden ist, vernimmt aus der himmlischen Hölle einen duftenden Gestank. Die Herkunft der wohltuenden Pestilenz stammt von einem Fuss, dem einer teuflischen, weißhäutigen Muse, die Tage lang in der betörenden Hitze in Holzschuhen Walzer getanzt hat.

Das berauschende Arome zieht den Omnipotenten in wacher Hypnose an die gütige Demiurgin. Sie erlaubt der schwarzen Omnipotenz seine Zunge, die als Aderwerk gestalted ist, aus dem Mund kommen. Das samenleitende Venennetz umgreift in weilender Hast und in kalter Erregung die Ursache der parfümierten Luftverunreinigung. Das abrinnende Elixier verbreitet sich in seinem eckigen Kreislauf, um ihn die gewünschte weiße Farbe zu verleihen. Der lange Genuss ist aber nur von kurzer Ewigkeit.

Der vollendete Saft des Fußes nimmt ihm die rauhe Sanftheit und rigide Geschmeidigkeit aus seinem toten Leben. Sein Herz hört auf zu denken, sein Hirn zu pumpen, seine Augen zu hören, seine Ohren zu sehen, seine Haare zu atmen. Er lässt sich wieder vom roten Himmel schlucken, um die Tantalusqualen seiner Abstinenz dort zu begraben.


HAIKU: March 5, 2016 – Stockholm, Sweden

Stunned in emptiness

Wall-gazing meditation

Gone from space and time

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 KURZGESCHICHTE: Stockholm, am 13. März 2016

 

Ein Spiel zur Selbstbefriedigung des Nachbarn´s Solidarität 

Das Wochenende ist gekommen, eine Arbeitswoche vorbei! Endlich kann sich ein voller Zyklus der Schwankung zwischen Polen vollenden. Nach der lähmenden, unendlich wirkenden Depression am Arbeitsplatz stehen nun Tage der Euphorie in den eigenen vier Wänden bevor. In einer solidaren Welt teilt man natürlich das Schöne. Gleichgesinnte und Ungleichgesinnte werden auf der Straße zum teilen der Hochstimmung eingeladen. Ein Fest steht bevor!

Eifrig strömen die Massen in eine Zweizimmerwohnung. Es passt nur noch ein Kübel hinein, keine Suchtmittel. Die braucht man auch nicht! Der Rausch der Euphorie ist unübertrefflich. In einer solidaren Welt wird auch natürlich gerne der Nachbarn eingeladen. Gerne opfert man den Platz des Kübels. Der Pensionist ist aber schon lang von der bipolaren Krankheit erlöst. Seine Stimmung kann auf einem Monitor einfach abgelesen werden. Das Elektroenzephalogramm zeigt eine monotone Linie.

In eine solidaren Welt ist man solidarisch. Man teilt gerne seine eigene Befriedigung. Man befriedigt sich nicht nur selbst sondern auch andere. Der greisenhafte Tyrann ist großzügig. Er teilt seine Flache Linie mit der berauschten Gesellschaft, auch mit dem Eimer. Alle nehmen das Geschenk dankend an. Der Kübel lässt sich mit den tagelangen, depressionsdurchtränkten Socken der Extatiker füllen. In voller Verblendung des Rauschzustandes wird ein Strumpf aus der Lotterie gezogen und dem Nachbarn ins Maul gestopft. Der letzte Schalldämpfer ist für den Greis. Er hat die Lotterie gewonnen. Der Seidenstrumpf gehört einer jungen Praktikantin. In einer solidaren Welt ist man auch unsolidarisch. Der enttäuschte Kübel bekommt keinen Strump! Diskrimination!!!

Plötzlich ist es still. Die Gesellschaft schweigt! Der Alte schweigt! Der Kübel schweigt auch! Es lebe hoch die Euphorie! Sie wird zu einer flachen Linie! Dennoch ist es nicht zu spät. Im spannungsgefüllten Blutrausch wird die Abweichung von der Linearität erwartet. Die Welt ist solidarisch! Bald schwankt die Linie wieder nach unten.


 

KURZGEDICHT: Stockholm, am 13. März 2016

Poesie des Unendlichen

 Punkt!


 

KURZGESCHICHTE: Stockholm, im April 2016

Ein Wunderwesen des Wahnsinns

Die Welt ist fantastisch. Ein neues Lebewesen wir geboren. Die Gunst der Evolution beschert uns einen Australopithecus. Allgütiger! Er ist ein Wunderwesen. Er hat aufrechtgehen gelernt! Das mit einem kleinen Hirn! Er ist stolz! Sein Hirn! So hoch oben! Er schaut hochmütig auf die Vierbeiner hinunter! So hoch oben! Der Sauerstoff wird dünn. Das macht ihm nichts. Das Hirn ist ja klein, es braucht nicht viel.

Hirn groß oder klein spielt keine Rolle. Er kann tun und lassen was er will. Er ist ja das neue Wunderwesen. Er beschließt, der geistigen Elite aller Homininen bei zu treten. Er wird Forscher. Mit seinem kleinen Hirn weiß er nicht, dass das Hirn seiner Vorgesetzten noch kleiner ist. Und das der Politiker, die Vorgesetzten der Vorgesetzten, noch mehr. Die fraktale Struktur von Hirngrössen begreift er nicht. Sein Hirn ist zu klein. Er versteht nicht wie so viele kleine und noch kleinere Hirne enorm viel Sauerstoff verbrauchen können. Es herrscht Kohlendioxidüberschuss.

Diminuierte Hirne und dessen reduzierte Versionen sind so klein, dass sie die Welt nicht verstehen. Nicht einmal den Kohlendioxidüberschuss. Diese wunderbare Welt! Der Australopithecus muss sie mit allen Mitteln erhalten. Er muss wissen wie das geht. Er ist ja Forscher. Diese wunderbare Welt! Mit winzigen und noch winzigeren Hirnen. Mit seinem kleinen Hirn rückt er aus, um den Sauerstoffmangel mit Früchten zu bekämpfen. Er findet fünf. Stolz zeigt er seinen Fund den Vorgesetzten und deren Vorgesetzten. Der Kohlendioxidüberschuss kann jetzt bekämpft werden. Denkt er. Die Ranghöheren sind unzufrieden. Fünf Früchte sind zu wenig. Es müssen mindesten 100 sein! Schwitzend begibt sich der Australopithecus wieder auf die Suche. Er isst nicht, er schläft nicht, er denkt nicht. Nicht einmal eine Familie will er haben. Sein kleines Hirn versteht, dass er zur Paarung ein Weib braucht. Er kann aber keine finden. Er muss ja was anderes suchen. Eine Familie? Wozu auch! Damit noch mehr Kleinhirne auf dieser Welt herumlaufen! Er keucht und seufzt! Letztendlich schafft er das vorgegebene Ziel. 100 Früchte! Er kommt zurück, vierbeinig statt zweibeinig, um seine Ernte vorzulegen. Er ist erschöpft! Doch die Kleinhirne sind noch unzufriedener als zuvor. „Deine Früchte sind nicht gut genug, sie taugen nicht!“ protestieren sie im unisono. Sie haben keine Stängel und zu viele Kerne. Das Produkt der Quantität fällt durch den Qualitätstest durch. Es müssen Elitefrüchte herbeigetragen werden, um diese wunderbare Welt zu schützen! Mangelhafte Früchte sind unakzeptabel! Ein Skandal! Der Australopithecus ist verzagt. Sein Hirn ist zu klein um sich Elitefrüchte vorstellen zu können. Er weiß nicht was er sammeln soll. Nicht einmal die Kleinhirne seiner Vorgesetzten und deren Vorgesetzten wissen das. Ist auch selbstverständlich, die Kapazität ihrer Neuronen ist noch viel mehr beschränkt.

Der Australopithecus tanzt um einen Stein. Den Stein der Weisen (die natürlich auch kleinhirnig sind). Er bittet und bettelt um Antidepressiva und Aufputschmittel. Seine Stimmung muss gehoben werden. Seine Leistungsfähigkeit auch. Der Stein ist taub und neidig! Er ignoriert und gibt ihm nichts! Nicht einmal den Rest der 100 Früchte, die in der Zwischenzeit verfault sind.

Mit letzter Kraft versucht er es noch einmal. Er gibt sich auf die Suche. Mit einem unmenschlichen, oder besser gesagt, unaustralopithecusischen Aufwand schafft er es. Der Wald wird seiner besten, meist glänzenden und größten Früchten mit den wenigsten Kernen und längsten Stängeln beraubt. Er kommt zurück, von allen seinen Kräften verlassen. Er bewegt sich nicht einmal mehr vierbeinig weiter. Er schleift sich am Zahnfleisch zum Rat der Richter. Er legt seine Beute vor. Doch der Protest der Kleinhirne nimmt zu. Früchte sind nicht länger genug! Es müssen auch tierische Proteine herangeschaffen werden. Die Welt ist hungrig, bärenhungrig! Der Australopithecus darf nur Forscher sein, wenn er den Hunger der ganzen Welt stillen kann. Auch dem der Kleinhirne, sogar dem seines eigenen Lohnes, dem der Putzfrau, und dem des Toilettenpapiers.

Der Autralophitecus geht zu Grunde. Er haltet den Leistungsdruck nicht mehr aus. Er äußert einen letzten Wunsch: in meinem nächsten Leben wäre ich gerne ein Wasserkopf! Es stirbt! In den Tod gehetzt! Er stirbt aus! Mit ihm alle Aufrechtgehenden die noch kleinere Hirne haben. Ihr Dasein kann nur mehr durch Knochenreste bezeugt werden. Die Elitefrüchte und die von Depression zerstörten Kleinhirne sind lang verdorben, verschwunden aus den fossilen Überresten. Die Evolution radiert alle Spuren des Versagens. Dennoch zeigt sie Mitleid mit dem Australopithecus und gewährt ihm seinen Wunsch. Eine neue Art wird geboren: Homo sapiens, der Mensch, mit einem großen Schädel.


Stockholm, 9. April 2016

 

Es lebe hoch der rote Nacken!

Amerika! Er ist stolz Amerikaner zu sein. Es lebe hoch Amerika! Es lebe hoch Gott! Nun hat er ein Dilemma! Er kann sich nicht entscheiden wer höher leben soll. Die Sonne, diese brütende Hitze! Sie verbrennt sein Denkvermögen. Gebückt steht er auf seinem Acker, sein sensibles Hirn mit einem alten Strohhut schützend! Er ist alt und verrottet. Wer er oder der Hut? Beide! Man sieht es an seinen Zähnen. Die sind so verfault wie der Hut. In seiner gebückten Haltung sammelt er Kartoffeln ein. Diese haben einen Sonnenbrand. Sie waren zu faul, um der Sonne zu entschwinden. Genau so wie sein Nacken. Er hat sich verfärbt. Der Strohhut schützt nicht. Der Nacken ist rot. Feuerrot! Er erkennt die Gefahr zieht sich in sein Heim zurück. Er muss auf alle Fälle verhindern, dass sein Nacken schwarz wird. Er verabscheut schwarz! Er hasst diese Farbe!

Sein roter Nacken muss entfärbt werden. Er braucht Energie dafür. Er kennt den Mechanismus nicht. Er hat nie über DNA Reparatur gehört. Er will es auch nicht! Denn das muss ja etwas mit dieser blasfemischen,….wie hieß das schell?….Levotution?, Elovution? — (is jo Wurscht! – denkt er sich im Dialekt mit dem er seine Muttersprache beherrscht)– zu tun haben!

Er braucht Energie! Er muss Kalorien zu sich nehmen! Feste Nahrung geht nicht! Er hat ja keine Zähne mehr. Die sind schon lange verfault! Er entscheidet sich für die schon seit langem sicher funktionierende Flüssignahrung. In einer brennenden Heimat, muss auch die Flüssigkeit brennen. Er sauft Feuerwasser! Mein Lieber! Diese Nahrung! Sie tut so gut! Jeden Tag! Extrem gut! Das Brennen ist fort! Sein Nacken muss geheilt sein!

Es ist Nacht geworden! Es ist schwarz! Aber er hasst ja schwarz! Er muss Licht in diese Welt bringen! Er zieht sein weises Nachthemd an. Auch der Kopf muss leuchten! Nicht rot, sondern weiß! Er setzt sich den spitzen Hut auf! Nun ist er bereit die Nacht zu erleuchten, das Schwarze zu bekämpfen. Er begibt sich auf die Straße, oder besser gesagt den Feldweg. Er trifft dort Gleichgesinnte. Im Klan ist man stärker! Man hat mehr Beleuchtungskraft!

Sie ziehen Alle mit hinter weißer Farbe versteckten roten Köpfen durch den mit Furchen durchzogenen Feldweg. Aufgehellt durch das weiße Leuchten, stoßen sich auf ein Hindernis. Es ist schwarz! Das Feuerwasser ändert plötzlich seine Stimmung. Er sieht rot, obwohl das Hindernis schwarz war! Plötzlich leuchtet das Rote seines Kopfes durch den weißen Spitzhut. Im Rotlicht vergisst er seine Freunde. Die braucht er momentan auch nicht. Er ist ja rot und mutig genug, durch das Feuerwasser mit heroischen Kräften versehen.

Er beginnt zu schreien, dass die Spitze des Hutes nur so wackelt. Es hilf nichts! Das Hindernis bleibt schwarz! Er brüllt. Es hilft nichts. Er grölt. Kein Resultat. Er quiekt, grunzt, johlt! Er wäre ein guter Deathcore Sänger. Trotzdem hilft es nichts. Das Hindernis bleibt schwarz. Seine Haare: schwarz. Seine Nase, Lippen, Arme, Beine: alles schwarz. Seine Genitalien! Er ist hypnotisiert! Noch schwärzer! Im voller Hypnose beginnt er rein und lieblich zu singen! Man möchte es nicht glauben, aber das tut man auch im Deathcore! Plötzlich! Siehe da! Er hat einen Teilerfolg erzielt! Die Handflächen! Die Fußsohlen! Sie sind Weiß! Weiß geworden durch das liebliche besingen der gehassten schwarzen, sehr gut proportionierten Farbe!

In diesem Moment weiß er, dass Gott höher lebt als Amerika. Das teilweise weiß gewordene schwarze Wesen öffnet seinen Mund. Siehe da! Der liebe Gott kommt heraus. Ein weißes Licht strahlt heraus! Blendend! Überwältigend! Die Hypnose verstärkend! Umwerfend!

Er fällt auf den Rücken, während das betörend weißstrahlige schwarze Hindernis seine Mundwinkel hochgezogen hat. Dieses Licht ist so stark! Er wird ohnmächtig. Er verbringt die Nacht in träumender Hypnose. Am Morgen wacht er auf. Sein Nacken brennt wieder. Sein Kopf auch. Sogar der Hals, besonders der Kehlkopf! Alles brennt! Der ganze Körper brennt! Genauso wie die Sonne. Feuerwehr gibt es nicht um den Brand zu bekämpfen. Es gibt jedoch genug Feuerwasser. Zurück geht es auf den Acker, um verdorbene Kartoffeln zu sammeln. Etwas muss man ja tun. Zwei linke Hände sind eine Sünde und werden von Gott mit dem Tod bestraft! In diesem Moment ändert er wieder seine Meinung: Amerika lebe am höchsten!